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Faire Renten auf für die Rentner von übermorgen
18.12.2018  
Nur wenn die bestehenden Alterssicherungssysteme gesichert und fortentwickelt werden, ist die Rente auch für zukünftige Generationen sicher. Dem DBB NRW wird die dbb jugend nrw dieses Thema für den anstehenden Gewerk­schaftstag ins Hausaufgabenheft schreiben. Durch ihre Mitarbeit bei der Bundeskommission "Verlässlicher Genera­tionen­vertrag" hat die dbb jugend nrw sich auf Bundesebene auch schon selber in das Thema eingebracht.

"Faire Renten auch für die Rentner von übermorgen" - so lautet der Titel einer Entschließung, die die dbb jugend nrw auf ihrem 19. Landesjugendtag im April 2017 einstimmig verabschiedete. Der Tenor: Der demografische Wandel stellt Deutschland vor große Probleme. Wenn immer weniger Menschen im Erwerbsleben stehen und ihnen eine immer größer werdende Zahl von Rentenempfängern gegenübersteht, werden in Zukunft die Rentenbeiträge für die Versorgung der Rentner nicht mehr ausreichen. Das betrifft gerade die derzeit jungen Leute. Wenn sich hier nichts ändert, wird in einigen Jahren die heutige junge Generation von sozialem Abstieg oder sogar von Altersarmut betroffen sein.
Um sich im Sine dieser Entschließung für die Inter­essen der Jugend stark zu machen, reiste die stell­ver­tre­ten­de Landesjugendleiterin der dbb jugend nrw, Teresa Froitzheim, im September nach Berlin. Sie war Teil einer vierköpfigen Delegation der dbb jugend (Bund), die auf Einladung der Bundeskommission "Verlässlicher Gene­ra­tionen­vertrag" an einem Gene­ra­tionen­dialog zwischen Jugend- und Senioren­verbänden teilnahm. Bei diesem Dialog sollten Empfehlungen und Anregungen er­ar­bei­ten werden, die dann wiederum Einfluss auf die weitere Arbeit der Kommission nehmen. Die Bundes­kommission wurde durch die aktuelle Bundesregierung eingesetzt und hat das Ziel, Wege zu einer nachhaltigen Sicherung und Fortentwicklung der Alters­sicherungs­systeme ab dem Jahr 2025 zu finden. Damit soll ein Fundament für einen neuen, verlässlichen Genera­tionen­vertrag geschaffen werden.

Teresa Froitzheim beim Generationendialog zum Thema "Verlässlicher Generationenvertrag"
In Gruppen diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Generationendialogs Empfehlungen an die Renten­kommission. Klar positionierten sich die Vertreter/innen der Beamtenbund-Jugend gegen die Einführung einer einheitlichen Erwerbstätigenversicherung. Das Zusammenführen der bisherigen Alterssicherungssysteme würde nur kurzfristig zu einer Entlastung führen. Langfristig würde dies jedoch eine Anpassung der Bruttobezüge der Beamtinnen und Beamten sowie die Notwendigkeit einer Zusatzversorgung für Tarifbeschäftigte nach sich ziehen und insgesamt eine höhere Belastung aller Bürger darstellen.

Stattdessen wurde der Kommission empfohlen, sich für eine Altersvorsorgeverpflichtung insbesondere auch zum Schutz kleiner Unternehmer auszusprechen. Dabei soll auch die finanzielle Entwicklung auf den Prüfstand gestellt werden - insbesondere in Hinblick auf die private Altersvorsorge, da bisher nicht absehbar sei, ob eine zusätzliche private Altersvorsorge als Lösungsansatz überhaupt funktioniere. Menschen mit kleinerem Einkommen, wie etwa junge Familien in Teilzeit, oder mit gebrochenen Erwerbsbiographien durch Zeiten von Arbeitslosigkeit oder beruflichen Veränderungen sind oftmals nicht in der Lage, privat vorzusorgen. Diese Gruppen sind besonders von Altersarmut bedroht. Diese Schutzlücke müsse geschlossen werden, so die eindringliche Empfehlung der jungen Gewerkschafter.

Die dbb jugend war insgesamt mit einer
vierköpfigen Delegation vertreten
Ebenso positionierte sich die Beamtenbund-Jugend gegen die Einführung einer Bürgerversicherung, die die gleichen Konsequenzen wie eine Erwerbs­tätigen­ver­sicherung mit sich führen würde. Reformen sollten eine langfristige Strategie verfolgen, um wieder Vertrauen in das vorhandene Rentensystem zu schaffen. Im Rahmen des Dialoges wurden dazu viele Anregungen formuliert. So soll an der Verständlichkeit des Systems gearbeitet werden und die Rente flexibler werden, sodass strukturelle Veränderungen der Arbeitswelt besser mit einbezogen werden können und auch langfristig die Anzahl der Beitragszahler erhöht werde. Eine Rentenreform müsse unbedingt die anderen Bereiche des gesellschaftlichen Lebens miteinbeziehen. So würden beispielsweise Maßnahmen zur Bildungs­förderung, etwa durch einen Abbau des Personal­mangels in diesem Bereich, mehr Bürgern den Weg in sozialversicherungspflichtige Berufe ebnen.
Darüber hinaus regten die jungen Gewerkschafter an, auch Tätigkeiten wie etwa Ehrenämter bei der Rente zu berück­sichtigen, die nicht im Zusammenhang mit beitragspflichtigen Einkünften stehen. Auf diese Weise würden ehren­amtliche Tätigkeiten mehr Wertschätzung erfahren und neue Anreize für ein Ehrenamt geschaffen.

Im Zuge des Generationendialoges konnte die dbb jugend nrw neben dem fachlichen Austausch auch Kontakte zu anderen Jugendverbänden knüpfen und ausbauen, wie etwa zu Mitgliedern des Juso-Bundesvorstands oder zum Bundesvorstand der jungen Unternehmer. Neben dem Kontakt zu anderen Jugendverbänden kam es am Rande des Generationendialogs auch zu intensiven Gesprächen mit Hermann Gröhe, MdB (stellv. Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU) und Katja Mast, MdB (Stellv. Fraktionsvorsitzende der SPD). Insbesondere Katja Mast und die Bundes­vorstands­mitglieder der Jusos nahm sich viel Zeit, um im Anschluss an die Veranstaltung mit der Delegation der Beamtenbund-Jugend Argumente zum Thema Erwerbstätigenversicherung und Bürgerversicherung auszutauschen.